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Liebe Bürgerinnen und Bürger in unserer Region, liebe Patientinnen und Patienten!

Unser Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich vor wenigen Tagen mit einem persönlichen Brief an alle Krankenhausgeschäftsführer gewandt. Darin forderte er eindringlich, dass alle elektiven Kapazitäten herunterzufahren seien. Die Krankenhäuser sollten zusätzliche Isolier- und Intensivkapazitäten schaffen. Er verband seinen Appell mit der Zusage, wir Krankenhäuser dürften darauf vertrauen, dass kein Krankenhaus ins Defizit rutsche, "what ever it takes" (was immer es kostet).

Wir sind diesem inhaltlich richtigen Appell gefolgt. Wir haben unsere OP-Säle zum Teil leer stehen und haben eine drastisch reduzierte Belegung. Sie können sich vorstellen, dass dies ganz erhebliche wirtschaftliche Folgen haben wird. Wir haben die Maßnahmen im Vertrauen auf das Wort des Bundesministers getroffen. Und wir haben es getan, weil es schlichtweg notwendig ist. Wer die Bilder aus Italien gesehen hat, kann nicht anders handeln.

Leider mussten wir feststellen: Der Minister begeht Wortbruch!

Die von ihm am 21.03.2020 vorgestellten und einen Tag später nachgebesserten Unterstützungsmaßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die wirtschaftlichen Folgen für die Kliniken aufzufangen. Er besteht stattdessen auf kleinteilige bürokratische Nachweise und auf Einzelabrechnungen. Und das mitten in der schwersten Krise der Bundesrepublik, in der wir Krankenhäuser uns mit aller Kraft gegen die Corona-Krise stemmen. Mit dem heutigen Tag ist klar, wir Krankenhäuser werden zusätzlich auch mit aller Kraft gegen die wirtschaftlichen Folgen kämpfen müssen.

Das Vorgehen des Ministers ist umso unverständlicher, wenn man weiß, dass es am vergangenen Freitag eine Einigung zwischen der Deutschen Krankenhausgesellschaft und den großen Krankenkassen gegeben hat. Das dort ausgehandelte Paket wäre natürlich nicht vollständig kostendeckend gewesen, es hätte uns aber unbürokratisch geholfen. Warum weicht der Minister hiervon komplett ab?

Wir erleben derzeit eine noch nicht dagewesene Empörungs- und Solidarisierungswelle unter den Krankenhäusern. Die hat zumindest gestern dafür gesorgt, dass Herr Spahn nun nachbessern wird. Wir befürchten nur, dass ein Nachbessern niemals zu einem Rettungspaket führen wird, welches wir Krankenhäuser dringend benötigen.

Wir kämpfen nun also an zwei Fronten: Gegen das Coronavirus und gegen noch nicht absehbare wirtschaftliche Folgen.

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